DIVVS·IVLIVS

Commentarii de religione Divi Iulii vel primordio Christianitatis

Category: Deutsch

Blog Watch: Interview mit Arne Eickenberg (Die sechste Stunde)

Quelle: De Jister | Nederlandse vertaling

“Es sind seltsame Gefilde”

DAS EVANGELIUM ALS HYPERTEXT

Die Wunder und Naturkatastrophen in der Passion Christi gehen auf Ereignisse beim Tod von Julius Caesar zurück. Ein Gespräch mit Arne Eickenberg, dem Autor des Buches Die sechste Stunde.

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DE JISTER: Wie kamen Sie auf die Idee, zwischen den Naturkatastrophen bei Caesars und Christi Tod eine Parallelität in den Texten zu unterstellen?

Arne Eickenberg: Zum Glück musste ich nicht unterstellen, denn es gab ja schon diverse Historiker und Theologen vor mir, die eine direkte Parallelität festgestellt haben, übrigens nicht nur was die Passionswunder angeht. Ganz vorne mit dabei war natürlich immer die seltsame Finsternis zur sechsten Stunde, aber auch das Erdbeben. Was die anderen Vorzeichen und Wunder angeht, wird es rezeptionsgeschichtlich schwierig, denn wir können nicht in die Köpfe der Forscher schauen: Bei Wettstein zum Beispiel, dem Schweizer Theologen und frühen Textkritiker, stehen im Apparat zum Evangelium sehr viele griechische und römische Parallelen, aber er bleibt allgemein, er legt sich nicht fest, sondern präsentiert sie neutral, ohne Gewichtung. Hatte er, hatten andere Forscher bereits mehr bemerkt, aber lieber geschwiegen? Möglich ist es, aber wir können es nicht wissen. Jedenfalls war ich in einer relativ sicheren Situation: Wenn andere diesen Weg bereits gegangen sind, was soll dann schiefgehen? Es war zwar ein stark überwucherter Weg, aber immerhin ein Weg.

“…eine lange Dunkelheit von mehreren Stunden, ebenfalls ab der sechsten Stunde, ebenfalls als Zeichen beim Tod eines Gottmenschen. Dies ist für jeden ersichtlich eine sehr enge Parallele zwischen Caesar und Christus…”

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Die sechste Stunde — Sommer 2015 / Summer 2015

Veröffentlichung im Sommer 2015 (unverb.: 15. August)
Coming in summer 2015 (tentative: 15 August)
German language only (for the moment)

ARNE EICKENBERG

Die sechste Stunde
Synopsen zum historischen Ursprung der Wunder und Naturkatastrophen in der Passion Christi

VERLAG LUDWIG
ISBN 978-3-86935-193-3

208 + XIII Seiten, 13 S/W-Abbildungen, 1 Tabelle

€24,90
Erhältlich in jedem Buchgeschäft sowie online.
Available in every online and real-world bookstore.

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Image copyright: © 2015 Arne Eickenberg

Interview mit Francesco Carotta zu War Jesus Caesar? (2012)

Gerade ist ein neues Interview mit Francesco Carotta veröffentlicht worden… und anscheinend gibt es demnächst noch einen Nachschlag.

Direct link: Vimeo

Originalveröffentlichung auf dem Aristoblog (Michael Poost)

Für die, die es noch nicht wissen: Das neue Buch War Jesus Caesar? gibt es z.B. beim Verlag Ludwig zu kaufen.

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We come to bury Caesar! — Begraben wollen wir Caesar!

We come to bury Caesar!

Printing a journal takes its time: almost a year of waiting after peer review… but now the article on the accurate historical date of Julius Caesar’s funeral has been published in the Revue des Études Anciennes… and the conclusions are shaking many foundations… a new image emerges… and after more than 2000 years we have finally buried Caesar. See below for the links to Liberalia tu accusas!.

Begraben wollen wir Caesar!

Eine Zeitschrift zu drucken dauert seine Zeit: fast ein Jahr des Wartens nach dem Peer-Review… aber nun ist der Artikel über das korrekte historische Datum von Julius Caesars Beisetzung in der Revue des Études Anciennes veröffentlicht worden… und die Ergebnisse rütteln an so einigen Fundamenten… ein neues Bild erscheint… und nach mehr als 2000 Jahren haben wir Caesar endlich bestattet. Hier sind die Links zu Liberalia tu accusas!.

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Arcete feles – das Deutschlandradio hat ‘nen Vogel!

CatBird

Jesus war Caesar. Darüber spricht man nicht. Es wird abgewunken, Augen rollen, es scheint förmlich zu riechen, nach allem möglichen, doch keiner weiß so recht wonach. Also lieber die Finger davonlassen und weitermachen wie gehabt. Umso erstaunlicher ist, dass DRadio Wissen, eine Abteilung des Kölner Senders Deutschlandradio, am 6. September 2011 ein Interview zu Francesco Carottas Buch War Jesus Caesar? führte, welches wir weiter unten zusätzlich als MP3 eingebettet haben. Hört, hört… ein Buch, das vor einem guten Jahrzehnt den Jesus-Flohmarkt in Deutschland ein kleines bisschen durcheinandergewirbelt hatte, ist wieder kurz auf der Tagesordnung. Und damit war’s das aber auch schon, denn auch wenn es vom Sender möglicherweise gut gemeint war, ist etwas brauchbares nicht herausgekommen, was nicht nur am Kurzformat des Interviewsegments von lediglich zehn Minuten liegt.

Wo bitte soll man bei solch rasendem Geistesstillstand ansetzen? Vielleicht müsste man zuallererst den Radiomachern die Frage stellen, warum sie das Interview mit Manuel Vogel führten, einem protestantischen Theologen an der Universität Jena und ehemaligen Pfarrer. Sind Protestanten besonders gewandt in römischer Geschichte, oder haben sie sich historisch nicht doch eher durch ihre Abkehr von Rom hervorgetan? Und überhaupt: Ist Francesco Carotta ein Theologe? Geht es in seinem Buch um theologische Fragen? Tatsächlich geht es hier um Geschichtswissenschaft, um Religionsgeschichte, um Altphilologie und Textkritik, um Numismatik, Epigraphik und Archäologie. Um christliche Theologie geht es nicht einmal im Ansatz. Somit ist ein Interview mit einem frommen Theologen nicht nur fehl am Platz, sondern auch gefährlich, denn Theologie vertritt immer eine Agenda, ist also nur bis zu einem gewissen Grad wissenschaftlich. Der Rest ist Dogma. Die Gefahr mangelnder Wissenschaftlichkeit kann man aber in dieser Diskussion nicht gebrauchen. Und so stolpern wir wieder einmal über Schema F: Der Theologe dreht den Spieß um und behauptet unter anderem, die Jesus-Caesar-Forschung sei pseudowissenschaftlich, was sie nachweislich nicht ist. Dazu später mehr. Angefangen wird aber am Anfang, und bereits die Präsentation des Themas vor Beginn des eigentlichen Interviews enthält einige Fehler.

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Video: Francesco Carotta on the Gospel as a diegetic transposition

The video of an interview held with Francesco Carotta in German, which is embedded below, is apparently an outtake from the documentary feature film The Gospel of Caesar. Here is a paraphrased English transcript of Carotta’s statements on his theory that the Gospel is a diegetic transposition of the Roman sources on Julius Caesar’s Civil War:

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Neuer Artikel · Julius Caesars Begräbnis erfolgte an den Liberalia, 17. März 44 v. Chr.

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Caesars Begräbnis: Wachsfigur1

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Caesars Feuerbestattung2

Francesco Carotta hat auf seiner Internetseite einen neuen Artikel veröffentlicht, der das historische Datum von Julius Caesars Begräbnis zum Thema hat: Liberalia tu accusas! Zur Restitution der antiken Datierung von Caesars Funeralien”.

Bis zum heutigen Tag haben beinahe alle modernen Historiker angenommen, dass Caesars Begräbnis frühestens am 20. März 44 v. Chr. stattfand, obwohl die Berichte der antiken Historiographen wie Appian, Suetonius, Cassius Dio, Nikolaos von Damaskus und Plutarch unisono den 17. März als korrektes historisches Datum ergeben. Die Annahme eines späteren Datums basiert auf einer modernen wissenschaftlichen Fantasie, einer fehlerhaften Chronologie der Ereignisse nach Caesars Ermordung, die ursprünglich in Drumann-Groebe 1922 veröffentlicht wurde. Drumann hatte jedoch seine ursprüngliche Chronologie ohne Kenntnis des Bios Kaisaros von Nikolaos entwickelt, und in der zweiten Edition versuchte Groebe, die Fehler auszubessern, indem er einen zweifelhaften Brief von Decimus Iunius Brutus fehldatierte und eine unsichere Passage in einem Brief des Cicero missbräuchlich verwandte, womit er noch mehr Schaden anrichtete. Einige Historiker haben sogar Datierungen bis hin zum 23. März angenommen, und eine alternative Theorie kombinierte die beiden Senatssitzungen, die zwischen Caesars Ermordung und seinem Begräbnis einberufen wurden, an einem Tag, was mitunter zu einer Datierung auf den 18. März führte. (Der deutsche Wikipedia-Artikel über Caesar verwendet das gebräuchlichste der falschen Daten, den 20. März.)

Der neue Artikel weist in überzeugender Weise nach, wo und warum Groebe sich in seiner Chronologie irrte. Nach einer vollständigen Widerlegung werden Argumente für eine Datierung der Begräbniszeremonie auf die Liberalia geliefert, das Fest des Liber Pater, eines römischen Gottes, der mit Bacchus (Dionysos) identifiziert wurde. Berücksichtigt werden u.a. diverse Quellen wie Suetonius, Ovid, Vergil und Cicero, die eindeutig beweisen und/oder darauf hindeuten, dass Caesars Begräbnis am 17. März stattfand. Deswegen ist die Datierung, die aus den Quellen der antiken Historiographen abgeleitet werden kann, korrekt, und es wäre sowieso ein bizarrer Zufall gewesen, wenn diese antiken Autoren allesamt denselben Fehler begangen hätten, wo sie doch viele verschiedene Quellen benutzten. Was jedoch definitiv bizarr erscheint, ist dass Groebes verzerrte Chronologie – ohne Ausnahme – die komplette akademische Welt in die Irre führen konnte. Aber das ist nun vorbei: Am Freitag, den 17. März 44 v. Chr. wurde Caesar eingeäschert und erfuhr seine Wiederauferstehung als Gott – an den Liberalia, zwei Tage nach den Iden des März, am dritten Tag.

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De Codicillo · Incipit

If time allows, this weblog will deal primarily with all issues directly or indirectly related to the deification of Julius Caesar—with special emphasis on the origin of Christianity from the cult of Divus Iulius and of the Gospel as a diegetic transposition of ancient Roman sources.

Wenn es die Zeit erlaubt, werden in diesem Weblog in erster Linie Themen behandelt, die direkt oder indirekt mit der Divinisierung Julius Caesars in Zusammenhang stehen – unter besonderer Berücksichtigung des Ursprungs des Christentums aus dem Kult des Divus Iulius und des Evangeliums als einer diegetischen Transposition antiker römischer Quellen.

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